Im März diesen Jahres haben The Sin Committee aus Nijmegen ihre neue EP "Confess" veröffentlicht. Fünf Songs voller Variation und progressiven Klängen finden sich hier, mit denen versucht wird abseits von generischen Strukturen Fuß zu fassen und zu überzeugen. Bereits der Opener und gleichzeitige Titeltrack zeigt ganz unverhohlen, dass die vier Herren aus den Niederlanden nicht viel von stereotypen Soundwänden halten. Neben den doch eigenwilligen Strukturen ist es vor allem der Gesang von Fronter Joris Bod, welcher hier in progressive Gefilde vordringt. Einerseits cleaner Gesang, andererseits tiefes Grunzen. Das klingt ja doch ziemlich generisch, aber der Schein trügt. Die Art und Weise, wie Joris mit seinen cleanen Vocals spielt ist nicht mit der anderer Bands zu vergleichen. Seine Stimme ist zwar ein Teil der Musik, sticht aber weitaus mehr hervor, als es bei vielen anderen Bands der Fall ist. Zudem weißt er bereits innerhalb der cleanen Vocals eine solide Variabilität auf, die manch andere Bands nicht einmal durch die Kombination von Shouts und Growls erreichen.

Beim ersten Hören wirkt diese EP befremdlich und auch die Vocals sind ganz klar gewöhnungsbedürftig. Sie wirken unpassend, verbesserungswürdig und nicht wirklich gekonnt. Doch hier darf man nicht zurückschrecken, sondern muss sich der EP stellen, denn dann beginnt man wirklich den Klängen von The Sin Committee zu lauschen und erkennt, dass die Herren hier wirklich eine ziemlich geile Scheibe aufgenommen haben und dass die Vocals sehr viel besser ins Gesamtbild passen, als man zu Beginn gedacht hat. Gleichermaßen druckvoll, aggressiv, progressiv und eingängig - eine ziemlich gute Mischung die zwar etwas braucht, dann aber mit Karacho zündet! Wer mit einem vorgefertigten Bild im Kopf an diese EP herangeht, der wird nicht viel Freude habe. Hier muss man offen für Neues sein, dann gewinnt man!

Als Einflüsse werden The End, Tool und Mastodon genannt - eigentlich eine ziemlich kleine Auswahl. Bedenkt man aber, für was diese Bands stehen, dann wird einem klar, wie breit gefächert das Spektrum ist, welches sie abdecken. Tool und Mastodon finden sich definitiv in dieser EP wieder. Nicht abgekupfert, aber man merkt, dass diese Kombos von den Bandmitgliedern durchaus gehört werden. In wie weit man The End wirklich als Einfluss anführen kann ist fraglich - vielleicht bei den düsteren Vocals. Ansonsten gibt es hier nicht so viel, was an Death Metal erinnert. Eine Mischung aus Rock und Metal, mit sehr viel progressivem Einfluss - das macht den Sound von The Sin Committee aus. Durchaus wert angehört zu werden!Lineup:

Raymon van Vught - Guitars
Joris Bod - Vocals
Willem Elbers - Bass
Victor Smeets – Drums

Tracklist:

01. Confess
02. Serious Adverse Event
03. Straw Men
04. Regression Of Faith
05. Four 2 One

Bewertung: 7/10

http://www.hardkern.de/reviews/The_Sin_Committee/Confess/839


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